Pensionierung Ankommen in Luzern

Morgartenstrasse Luzern

22. Mai 2025

Nachdem ich am Morgen mit Philippe das Material in einem Bus von Thalwil nach Luzern an meinen Wohnort transportiert hatte, stellten wir das eine Büchergestell auf. Es musste an drei Stellen an die Wand montiert werden, damit es auf dem unebenen Parkettboden und wegen der abstehenden Holzleiste stabil steht. Philippe hatte seine Werkzeugkiste mitgebracht. Er ist als ehemaliger Landschaftsgärtner ein Handwerker durch und durch. Ich kann zwar zur Not schon ein Loch in die Wand bohren und einen Schraubenzieher bedienen. Aber da ich das nur selten tue, fühle ich mich unsicher. Ich war sehr froh um seine Hilfe.

Mein zukünftiges Büro

An den folgenden Tagen machte ich den Rest: Aufstellen des Büchergestells aus Aluminium, das mit Verstrebungen so stabilisiert ist, dass es nicht an der Wand fixiert werden muss. Montieren der sechs Füsse an den grossen Bürotisch, den ich Anfang 2003 von einem Schreiner in Zürich herstellen liess, als ich mir in der damaligen Wohngemeinschaft einen Schnittplatz für die Filme einrichtete. Und dann ging es vor allem darum, alle Kisten auszupacken und die Bücher, Archivboxen und diversen Büromaterialien zu platzieren. Am Sonntag Morgen hängte ich noch die Bilder auf. Das Triptychon einer befreundeten Malerin, ein eigenes Bild, das ich anfangs der 90er-Jahre gemalt hatte und das Plakat meines Films „Im Bann des Föhns“.

Schliesslich war da noch das Foto aus Basel. Ich hatte es 1981 aufgenommen. Bei einem Streifzug durch die Stadt mit meiner Fotokamera fiel mir auf dem Münsterplatz unter den Bäumen ein Paar auf, das auf einer Sitzbank sass. Einander zugewendet, die Frau mit dem Rücken zur Kamera verdeckte den Kopf des Mannes, von dem man nur die übereinander geschlagenen Beine sieht. Die Frau sitzt aufrecht, wie wenn sie dem Mann etwas Wichtiges mitteilen würde. Seine Haltung ist entspannt, er scheint zuzuhören. Sie sind offenbar miteinander vertraut, und doch ist es eine distanzierte Nähe. Was ist vorgefallen? Ich stelle mir vor: Sie haben sich vielleicht an einem geschäftlichen oder gesellschaftlichen Anlass kennengelernt und einander sympathisch gefunden. Sie haben ihre Adressen ausgetauscht und treffen sich nun zum ersten Mal zu zweit.