NAZA Dokumentarfilm über den Krieg in Gaza

Rachel Szor und Yuval Abraham

21. Oktober 2026

Heute sahen wir den Film „NAZA“ der israelischen Filmemacher:innen Yuval Abraham und Rachel Szor. Darin erzählen israelische Geheimdienstmitarbeiter anonym, wie sie die Bombenangriffe auf Gaza planen. Die Zivilbevölkerung ist kein Hinderungsgrund, ihre Opfer werden miteingerechnet und bewusst in Kauf genommen. Dabei wird nicht von Menschen gesprochen. 1 Opfer ist 1 NAZA.

Die Geheimdienstmitarbeiter planen die Angriffe aufgrund der Handy-Daten der Hamas-Mitglieder und deren Familien. Dann werden die Angriffe von der Armeeführung freigegeben. Schliesslich bombardieren Piloten die Häuser. Im Norden von Gaza werden Häuser systematisch zerstört, um die Rückkehr der Menschen zu verhindern.

Der Film gibt Einblicke in das Innenleben der Geheimdienstmitarbeiter. Sie zweifeln an der Rechtmässigkeit der Tötungen. Gleichzeitig rechtfertigen sie sie. Sie verstehen sich als Teil eines Systems. Solange sie diesem vertrauen, erfüllen sie nur eine Aufgabe. Die Verantwortung für die Durchführung tragen andere.

Grauenvoll zu erleben ist es, als ein Mitarbeiter schildert, wie er nach der Planung eines Angriffs mit einem Kollegen eine Zigarette raucht oder etwas essen geht. Es ist die Distanz zum Geschehen, die das möglich macht. Und selbst wenn sie Zeugen werden dessen, was die Angriffe auslösen, bleiben sie unberührt.

Einer vergleicht sich mit einem Nazi, der für ihn der Inbegriff des Bösen ist. Und stellt fest, dass er sich nicht von ihm unterscheidet. Tatsächlich war die Durchführung des Massenmordes an den Juden von vielen Menschen abhängig, die an den Schreibtischen die Logistik des Holocaust minutiös planten und ausführten.

Davon unterscheiden sich im Film gezielte Tötungen durch Scharfschützen. Sie richten sich nicht gegen Kämpfer der Hamas, sondern gegen Menschen, die auf eine Essensausgabe warten. Jene, die die Warteschlange verlassen und nach vorne drängen, werden erschossen.

Der Film hat für die Filmemacher:innen einen hohen Preis. Seit der Uraufführung am Filmfestival von Venedig im September ist es ihnen nicht mehr möglich, nach Israel zurückzukehren. Sie gelten als Verräter und riskieren, verhaftet und verurteilt zu werden.