Le quotidien Wohngemeinschaft auf Zeit
28. April 2026
Der Morgen begann mit einem ausgedehnten Frühstück. Ruedi und ich hatten Zeit, in unsere gemeinsame Geschichte zu blicken, die sich über 40 Jahre erstreckt. Zusammengewohnt haben wir nie. Nun teilen wir die Wohnung und haushalten zusammen.
Wir machten gemeinsam Einkäufe: in der Filiale der Firma „Utile“ ein Haus weiter Lebensmittel des täglichen Bedarfs, im Bioladen eine gute Flasche Rotwein und beim Bäcker zwei Stück Kuchen für das Dessert am Abend.
Am Mittag assen wir auf dem Balkon der Wohnung, bis wir uns auf den Weg zum Pétanque-Club machten. Ich war zuversichtlich, dass ich dort inzwischen so gut integriert bin, dass Ruedi als mein Freund ebenso akzeptiert würde. Tatsächlich wurde er sogleich von allen begrüsst. Und Frank, mit dem ich auch schon gespielt hatte, bot sich an, mit uns die Triplette zu bilden.
Ruedi führte sich gleich sofort von seiner besten Seite ein. Die Stimmung war konzentriert, aber entspannt. Man kommentierte die Spielzüge des Gegners mit Anerkennung. Wenn jemand etwas glücklich agierte, wurde das mit Humor quittiert. Insgesamt waren die Gegner stärker und gewannen schliesslich alle vier Spiele.
Nachdem wir eine Weile noch einer andern Partie zugeschaut hatten, verabschiedeten wir uns und spazierten zurück zur Wohnung. Auf dem Balkon tranken wir ein Bier zum Apéro.