L‘arrivée Ruedi kommt!

27. April 2026

Vorgestern feierte er seinen 70. Geburtstag, heute wird er um 18.38 Uhr im Bahnhof Nice einfahren: Ruedi. Wir kennen uns seit 1986 und feiern das 40-jährige Jubiläum unserer Freundschaft.

Kennengelernt haben wir uns über unsere damaligen Freundinnen, die in Basel im selben Haus wohnten und Biologie studierten. Ich stand vor dem Abschluss meines Studiums, während Ruedi bereits als Jurist arbeitstätig war.

Die ersten Jahre war der Kontakt noch lose. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich mit meiner Partnerin von Basel wegzog. Sie begann im Frühling 1987 für das Ökozentrum Schattweid oberhalb von Wolhusen im Kanton Luzern zu arbeiten. Wir wohnten in einem Bauernhaus in der Nachbargemeinde Werthenstein. Ich pendelte nach Zürich, wo ich am Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich arbeitete.

Intensiver wurde der Kontakt, als ich im November 1989 für Recherchen zu meinem ersten Dokumentarfilm „Stationen einer Flucht oder das Asyl zu Basel“ für drei Wochen in Basel weilte und eine Unterkunft suchte. Am Montag der ersten Woche, eben erst angereist, telephonierte ich Ruedi aus einer Telefonkabine auf dem Basler Marktplatz. Ob ich bei ihm und seiner Partnerin in Binningen unterkommen könnte. Etwas kurzfristig meine Anfrage, wundere ich mich heute. An seine Reaktion erinnere ich mich nicht. Jedenfalls schien es für ihn überhaupt keine Frage zu sein. Ich verbrachte drei intensive Wochen in ihrer Hausgemeinschaft, was unsere Verbindung verstärkte.

In den ersten Jahren unserer Freundschaft war der Austausch noch nicht so intensiv wie heute, wo wir uns meist einmal in der Woche telefonieren. Die Gespräche können über eine Stunde dauern. Wir kommen dabei vom Hundertsten ins Tausendste. Unerschöpflich sind unsere Erinnerungen an gemeinsam Erlebtes, wenn wir uns köstlich über Pleiten, Pech und Pannen amüsieren können.

Reisen zu zweit in Südfrankreich ist schon fast eine Tradition für uns. Von der ersten war bereits die Rede, als wir im April 1994 mit dem Velo von Sisteron nach Antibes fuhren (s. Story „Auszeit“). Eine zweite machten wir 2016, als wir mit dem Auto zwischen Montélimar und Sisteron unterwegs waren (s. Story „Auf Spurensuche“). 2023 verbrachten wir eine Woche in der Region Montpellier.

Uns verbindet das Pétanque-Spiel. Ich spiele es seit 1989, Ruedi lernte es Anfang der 90er-Jahre über mich kennen. Während ich früher kantonale und auch nationale Meisterschaften spielte, ist er es heute, der im Rahmen der Clubmeisterschaft der Aktivere von uns Beiden ist. Ziel unserer Ferien ist es, an lokalen Turnieren teilzunehmen und uns mit den einheimischen Spielern zu messen.

Ich freue mich auf die Tage mit Ruedi. Es wird ein weiteres Kapitel unserer Freundschaft geschrieben. Vive l‘amitié!

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