La Boule Saussetoise Ein Anfang ist gemacht
06. Mai 2026
Heute Abend erhalte ich eine Nachricht von Nice Métropole Pétanque:
„Très heureux de savoir que ces quelques jours en notre compagnie vous ont fait plaisir ainsi qu'a votre ami Rodolphe.
Nous espérons vous revoir l'année prochaine.
Bien cordialement.
Guy et Mickey“
Ein schönes Zeichen, das mich freut. Es kommt genau an jenem Tag, an dem ich hier in Sausset-les-Pins den Kontakt zu einem neuen Club geknüpft habe: La Boule Saussetoise. Deren Terrains befinden sich gleich neben dem Bahnhof, 10 Minuten zu Fuss von meiner Wohnung.
Ich bin um halb Zwei dort. Das Clubhaus ist bereits offen. Eine Frau ist drinnen am Hantieren. Es ist Audette, die Präsidentin. Vor zwei Jahren sei der Club vor dem Aus gestanden, weil sich niemand mehr habe engagieren wollen. Deshalb habe sie die Verantwortung übernommen. Mit meiner Schweizer Lizenz könne ich mitspielen, sofern ich zwei weitere Mitspieler finden würde.
Wenig später kommt ein Mann zum Clubhaus, der ebenfalls Mitspieler sucht. Es ist Alain und ein Mann in meinem Alter. Er sei nach seiner Scheidung von Marseille hierher gezogen, um einen Neuanfang zu machen. Weitere Spieler treffen ein. Einige grüssen auf Distanz, andere gar nicht, einige geben mir beim Vorbeigehen die Hand. Schliesslich finden wir einen dritten Mitspieler. Sebastian ist wohl Mitte Vierzig und wohnt in Carry. Als ich ihn darauf anspreche, ihn in den letzten Jahren nie im Club von Carry gesehen zu haben, erwidert er, er sei an der Schulter verletzt gewesen. Zudem sei er wegen einer Frau nach Carry gekommen.
Das erste Spiel geht 7:13 verloren. Alain ist der Pointeur, Sebastian der Tireur, ich bin das Milieu. Jeder von uns hat Fehlkugeln, deshalb reicht es nicht zu mehr. Trotzdem bin ich mit meinem Spiel recht zufrieden, weil ich das erste Mal auf diesem Terrain spiele.
Im zweiten Spiel sind die Gegner noch stärker. Ich habe Alain vorgeschlagen, dass ich die Position des Pointeurs übernehme. In der Pause meinte er, wir hätten während des ersten Spiels irgendwann die Positionen wechseln müssen. Doch nun kann ich als Erster der Mannschaft, der jeweils seine Kugeln spielt, nicht mehr Druck als Alain machen. Und Sebastian trifft weniger als im ersten Spiel. So verlieren wir 4:13.
Ich schaue noch dem Finalspiel zu, dessen Niveau nicht höher ist als bei unseren Spielen. Aber es ist erkennbar, dass vor allem jene Equipe, die aus jungen Erwachsenen besteht, sicher zu mehr fähig wäre. Dann bedanke ich mich bei Audette und kehre nach Hause zurück.
Nachtrag: Ich hatte mich zuerst gewundert, keinen Spielern zu begegnen, die ich von Carry her kenne. Bis ich einen Mann erkenne, der mehrmals in Zürich an unserem Grand Prix gespielt hat: Roland Sembolini. Er bildete damals eine Triplette mit Paul Gortchakoff und Audibert. Sie hätten das Turnier in Zürich drei Mal gewonnen. Gortchakoff sei vor ein paar Jahren verstorben (im Internet finde ich einen Nachruf von 2020, in dem an den 93-Jährigen als ehemaliger Gewinner der Marseillaise erinnert wird), Audibert schon vor über einem Jahrzehnt. Es war Audibert, über den wir Ende der 90er-Jahre den Kontakt zum Club in Carry knüpften.