L'ultima isola Film von Davide Lomma (74', 2024)

Flyer zur Filmvorführung

16. Juni 2025

Im stattkino Luzern sah ich einen Film, der mich beschäftigt. Er handelt von Menschen auf der Insel Lampedusa südlich von Sizilien, die Flüchtlinge vor dem Ertrinken gerettet haben. Der Film ist sehr schlicht gestaltet. Die Menschen sitzen auf einem einfachen Klappstuhl. Im Hintergrund das Meer. Sie erzählen, wie sie auf die Insel gekommen waren, wie sie lebten und arbeiteten - bis zu jener Nacht, die ihr Leben für immer veränderte.

Der Film verzichtet auf Archivmaterial der Fernsehanstalten, die über das Schiffsunglück vom 3. Oktober 2013 berichteten. Er verzichtet auch auf Interviews mit den geretteten Flüchtlingen. Sie erscheinen im Film erst gegen den Schluss, auf Fotos bei der Ankunft auf der Insel und von einem Fest mit ihren Retter:innen. Diese Schlichheit ist eine Entscheidung des Regisseurs Davide Lomma. Er will, dass wir uns durch die Schilderungen der Retter:innen unsere eigenen Bilder machen.

Was sie schildern, ist erschütternd. Sie sehen sich einer Situation gegenüber, die sie vor Entscheidungen stellt. Sie müssen entscheiden, wen sie retten. Sie können nicht alle retten, da ihr kleines Boot nur Platz für fünfzehn Menschen bietet. Die Retter:innen schildern, wie die Flüchtlinge, die im Meer treiben, entkräftet, im Sterben, mit den Armen winken und um Hilfe rufen. Ihre Augen. Niemals werden sie diese Augen vergessen, die darum bitten, sie nicht sterben zu lassen.

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