Hanami II Von den Proben zur Aufnahme
09.06.2026
Am 4. Juni fand die dritte Probe der Bigband statt. Nun war auch Kathrin mit von der Partie. Ich stellte sie der Band vor und erwähnte, dass Kathrin vor 25 Jahren an derselben Hochschule Jazzgesang studiert habe. Zudem erläuterte ich den Inhalt des Stücks. Kathrin fühlte sich wohl, es gab keine grösseren Probleme. Nach einer halben Stunde verabschiedeten wir uns.
Drei Tage später galt es ernst. Um 10 Uhr morgens waren wir in den Raum 250 der Hochschule bestellt. Tonmeister Simon Hafner und sein Assistent hatten den Raum bereits vorbereitet. Für Kathrin hatten sie eine Art Zelt aufgebaut, damit ihr Mikrofon möglichst wenig von den Bläsern mitaufnehmen würde. Um das Schlagzeug waren Schaumelemente aufgestellt. David Grottschreiber, Leiter der Bigband, bat mich, die Aufnahme aus der Tonregie zu verfolgen. Diese befand sich an einem ganz andern Ort, war jedoch über Videokamera und Mikrofon mit dem Aufnahmeraum verbunden. Die Tonregie ist mir von der Postproduktion meiner Filme her vertraut.
Eigentlich war alles bereit, nur einer der Saxofonisten fehlte. Er hatte sich aus mir nicht erfindlichen Gründen verspätet. Nachdem er eingetroffen war, konnten die Aufnahmen um halb Elf beginnen. Im ersten Take gab‘s einige hörbare Fehler. Vor allem die Trompeten hatten Mühe mit der Intonation. David bemängelte, das obere h sei (nach einer längeren Pause) auch schwierig direkt zu spielen – das hätte ich als Komponist wissen und bedenken müssen.
Der zweite Take war schon viel besser. Und der dritte kam richtig gut. Nur stellte sich heraus, dass Kathrin‘s Mikrofon halt doch zuviel von den Bläsern mitaufnahm. Deshalb machte Simon von ihr noch separate Aufnahmen (sogenannte Overdubs). Als David und Kathrin nach den Aufnahmen in die Tonregie kamen, begann Simon mit ersten Korrekturen. Viel Zeit blieb nicht, weil ein weiterer Student bereits eingetroffen war und auf die Aufnahme seiner Komposition wartete.
Inzwischen hat mir Simon den Probemix der Aufnahme (Rough-Mix) zugeschickt. Zusätzlich auch den zweiten Take, damit ich das Solo des Gitarristen vergleichen kann. Effektiv soliert er im zweiten Take besser. Die Frage ist nur, ob das Timing bzw. Metrum identisch wie im dritten Take ist. Falls ja, liesse sich das Solo dort reinkopieren. Von der Tonpostproduktion bei Filmen weiss ich, welch Wunderdinge die Tonmeister anstellen können. Der definitive Mix findet Ende Juni statt. Danach werde ich die Aufnahme auf der Website hochladen.