Ferien V Von Muri bis Mellingen
22. Juli 2026
Muri wäre sicher einen längeren Aufenthalt wert, vor allem das Kloster, das 2027 1000 Jahre alt wird. Es gäbe ein Museum zu besichtigen, das wir aber links liegen lassen und am Bahnhof den Bus bis Rottenschwil nehmen. Dort führen wir unsere Wanderung entlang der Reuss fort.
Bald erreichen wir den Flachsee, gestaut durch das Wehr bei Bremgarten. Eine wunderbar ruhige Landschaft, schattige Wege. Kurz vor Bremgarten begegnen uns die ersten Wanderer, seit wir am Montag in Luzern aufgebrochen sind.
In Bremgarten wohnen Freund:innen von uns, die wir am Morgen anschreiben, ob sie spontan Zeit für ein Mittagessen in einem Restaurant hätten. Und Kirsten und Philippe sagen zu. Wir verbringen über zwei Stunden miteinander, bis wir uns um 2 Uhr wieder auf den Weg Richtung Mellingen machen.
Auf dem folgenden Foto, das Kirsten zum Abschied macht, wäre auch meine Partnerin zu sehen. Weil sie jedoch keine Fotos von sich auf meiner Webseite bzw. im Internet wünscht, habe ich das Foto entsprechend zugeschnitten.
Der Reussuferweg zwischen Bremgarten und Mellingen ist einer der schönsten Abschnitte unserer Tour. Es gibt Wege, die so von Gebüsch überwachsen sind, dass wir wie durch einen Tunnel wandern. Später erreichen wir einen Camping-Platz, wo Bootsfahrer anlanden, die sich von Bremgarten die Reuss runtertreiben lassen. Eine Szene erfreut mein Auge besonders: Ein Grossvater sitzt am Ufer in einem Stuhl, der im Wasser steht. Daneben spielt sein Enkelkind.
Die Reuss fliesst durch ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Am Ufer begegnen uns Traktoren, die für die Bewässerung der Reuss Wasser entnehmen und in die Felder pumpen. Vielleicht hat es auch mit der Wasserknappheit bzw. dem tiefen Grundwasserpegel zu tun. Dazu passt das Bild der Sonnenblumen, die die Köpfe hängen lassen.
Wir wandern bis Gnadenthal, wo sich früher ein Kloster der Zisterzienserinnen befand, das später als Pflegeheim genutzt wurde. Heute ist das Pflegezentrum Reusspark hier beheimatet. Nach Mellingen ist es noch ein Stück, das wir nicht mehr gehen mögen, sondern in Stetten den Bus nehmen.
In Mellingen gibt es nur eine Übernachtungsmöglichkeit: das Hotel Löwen, mitten im alten Städtchen. Die Hauptgasse, an dem es sich befindet, wird gerade erneuert, auch die Brücke über die Reuss. Vorteil nach 17 Uhr, als wir ankommen: kein Durchgangsverkehr, wir können durch die Altstadt mit ihren Gassen flanieren. Statt in einem Restaurant zu essen, kaufen wir in einem Take-away einen Falafel und picknicken am Ufer der Reuss. Es ist Ferienzeit, nur wenige Menschen sind unterwegs und grüssen uns, wenn sie vorbeigehen. Das sind wir Stadtmenschen uns nicht gewohnt, umsomehr freut es uns, dass wir wahrgenommen werden.