Ferien III Reussuferweg Luzern – Sins
20. Juli 2026
In unserer zweiten Ferienwoche machen wir uns zu Fuss auf den Weg. Die Idee: der Reuss entlang bis zu ihrer Mündung in die Aare im Wasserschloss bei Turgi wandern. Wir starten von zu Hause aus und erreichen die Reuss oberhalb des Historischen Museums. Nun werden wir sie nicht mehr aus den Augen verlieren.
Bis zum Seetalplatz ist der Weg asphaltiert, dann wird er zum Naturweg und verläuft meist im Wald, was uns einen wohltuenden Schatten gibt. Während zu Beginn noch Hundehalter:innen und vereinzelt Velofahrer:innen unterwegs sind, werden die Begegnungen immer seltener.
Auf der Höhe von Buchrain zweigt der Reuss-Kanal ab und durchquert das Gebiet mit dem Namen Perlen, das für die Papierfabrik gleichen Namens bekannt ist, der Niklaus Meienberg eine Reportage gewidmet hat. Dieser Kanal mündet auf der Höhe von Root wieder in die Reuss. Dort befindet sich das Ende der Halbinsel, an deren Spitze wir die Möglichkeit für ein Bad in der Reuss nutzen.
Eine stetige Begleiterscheinung ist der Lärm der Autobahn, die ebenfalls der Reuss folgt. Zum Glück gibt es die Möglichkeit, auf die andere Seite des Flusses zu wechseln, aber auch trotz der Distanz und den Gebüschen auf beiden Seiten der Reuss bleibt das Geräusch hörbar.
Nachdem die Autobahn auf der Höhe von Rotkreuz die Reuss überquert hat, kehrt wohltuende Ruhe ein. Der Abschnitt bis Sins ist wunderbar. Nur selten begegnen wir Menschen. Andere Wanderer sind keine in Sicht.
Nachdem wir über vier Stunden gewandert sind, machen wir einen letzten Halt. Ich lasse die Füsse im Wasser baumeln, bevor wir den letzten Abschnitt bis Sins in Angriff nehmen, wo wir in einem Hotel übernachten werden.
Nach dem Nachtessen wollen wir noch etwas das Dorf erkunden. Wir spazieren entlang der Hauptstrasse. Das Dorfzentrum scheint aus dem Verkehrskreisel zu bestehen. Es ist Montag Abend, es sind kaum Menschen unterwegs, aber immer noch Autos. Die Wohnhäuser wirken lieblos aneinander gereiht, dazwischen befinden sich Garagen oder Verkaufsräume. Die Szenerie wirkt auf mich trostlos. Ich frage mich, wie Menschen hier leben. Welch Kontrast zur Naturlandschaft der Reuss!