Beobachtungen auf dem Balkon II Von einer Rose, einer Wespe und einem Hotelbrand
19. Juli 2026
Auf unserem Balkon, der auf den Hinterhof geht, steht seit zwei Wochen ein Rosenbäumchen. Während ich auf dem Balkon sitze, bemerke ich zum wiederholten Mal, wie eine Wespe in einer Rosenblüte rumturnt. Ähnlich einer Biene sucht sie wohl nach Nektar. Dieser muss schon längst aufgebraucht sein. Nichtsdestotrotz krabbelt sie hoch und runter und rein und raus. Sie hätte auch noch andere Blüten zur Auswahl. Nein, es muss offenbar genau diese eine sein. Die Liebe einer Wespe zu einer Rosenblüte.
Gegen Abend sitzen wir auf dem andern Balkon, der auf den Park namens „Vögeligärtli“ geht. Da fährt ein Polizeiauto vor. Der Polizist steigt aus und blickt Richtung Eckhaus unserer Häuserzeile, wo sich das Hotel Continental befindet. Vom Dach her weht eine Rauchwolke Richtung Park. Die ersten Löschfahrzeuge der Feuerwehr treffen ein. Ein Kran wird hoch zum Dach gehieft, mit zwei Feuerwehrleuten, die durch ein Fenster, das sie einschlagen, den Brand bekämpfen.
Die Rauchentwicklung wird immer stärker. Wir erhalten Mitteilungen von unseren Nächsten, ob wir Zuhause seien. Da sich zwei Häuser dazwischen befinden, sind wir nicht direkt bedroht. Aber das Grossaufgebot der Feuerwehr zeigt, dass die Gefahr besteht, dass sich das Feuer über das Dach auf weitere Häuser ausbreitet. Die Feuersbrunst zieht viele Schaulustige an.
Am nächsten Morgen erinnert nur noch der Duft der Luft daran, dass es ganz in unserer Nähe gebrannt hat. Glücklicherweise sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Der Sachschaden wird jedoch beträchtlich sein.