Ferien Zu Besuch im Goms

15. Juli 2026

Am Montag nehmen wir den Zug über Bern nach Brig und steigen in den Regionalzug um, der uns nach Blitzingen bringt. Dort hat ein befreundetes Paar einen Stall zu einem Ferienhäuschen umgebaut. Der Umbau eines geschützten Stalls oder Spycher fällt nicht unter das Zweitwohnungsgesetz, weil es historische Bausubstanz ist, die der Kanton unter strengen Auflagen erhalten will.

Am Dienstag machen wir einen Ausflug nach Oberwald und wandern auf den Hungerberg. Es geht steil den Berg hoch, rund 300 Höhenmeter sind zu bewältigen. Leider haben wir übersehen, dass das Restaurant geschlossen ist. Zum Glück haben die Freunde etwas Notproviant dabei. Die Aussicht auf das Tal ist eindrücklich. Nur vier Menschen begegnen uns auf der Wanderung.

Blick auf Oberwald und das Goms
Thomas während des Abstiegs
Blick Richtung Grimsel

Zur Abkühlung nehmen wir ein Bad im Geschinersee, der trotz seiner kleinen Grösse und der grossen Hitze noch nicht zu stark aufgewärmt ist. Diverse Sups tingeln auf dem Wasser. Die wenigen Schattenplätze sind von Familien besetzt, die wahrscheinlich früh angereist sind, weil die Plätze begehrt sind.

Am Abend essen wir im einzigen Restaurant des Dorfes, dem „Tschiffra“, genannt nach dem traditionellen geflochtenen Tragkorb, mit dem die Einheimischen auf dem Rücken Waren getragen haben. Das Restaurant führt Mathias Häusler, der von Gault Millau mit 12 Punkten bewertet wird. Das Eglifilet aus Raron ist ausgezeichnet, der Preis moderat. Herausragend der Kellner, der mit seinem französischen Akzent und den humorvollen Bemerkungen einen zusätzlichen Punkt verdient hätte.

Am Mittwoch legen wir Hand an. Es gilt, auf der Rückseite des Hauses eine schöne Holzbeige zu schaffen. Dazu organisiert Thomas beim Schreiner ein paar Dachlatten, die mit der Motorsäge bearbeitet werden müssen. Da komme ich auf den Plan, Thomas instruiert mich. Im Unterschied zu herkömmlichen Motorsägen dreht deren Sägeblatt nicht weiter, wenn man vom Gas geht, was Unfällen vorbeugt. Ich habe Respekt vor diesem Mordsinstrument, drum bin ich entsprechend sorgfältig. Nachdem die Dachlatten montiert sind, beginnen wir mit dem Aufbeigen der Holzscheite. Zu Viert rücken wir gut voran, so dass wir um den Mittag stolz unsere Arbeit begutachten können.

Beim Umbau des Stalls durften nur in den bestehenden Öffnungen Fenster eingebaut werden. Aus dem ehemaligen Nutzgebäude ist ein schönes kleines Wohnhaus entstanden, stilvoll und mit Geschmack von unseren Freund:innen eingerichtet. Es war ein grosses Vergnügen, hier verweilen zu dürfen.

Stall vor dem Umbau