Feldis Als working guest im Sternahotel
30. Juni 2026
Seit über 30 Jahren besuche ich Feldis, ein Dorf im bündnerischen Domleschg. Es begann Anfang der 90er-Jahre, als das Sternahaus eine Genossenschaft war, geführt von einem Team rund um Verena von Aesch (der Tochter des Kabarettisten Werner von Aesch) und ihrem damaligen Partner Len Michel. Seither ist dieser Ort für mich zu einem Stück Heimat geworden.
Inzwischen gehört das Sternahotel, wie es nun heisst, der Baselbieterin Esther Maag. Sie bietet Gästen die Möglichkeit, gegen Kost und Logis im Betrieb zu arbeiten. Heute ist mein erster Arbeitstag. Nachdem ich kurz vor 11 Uhr eingetroffen bin, beginne ich mit der Beseitigung von Unkraut auf dem Platz unterhalb des Hotels. Es geht darum, das Pétanque-Turnier vom kommenden Wochenende vorzubereiten.
Das Turnier findet dieses Jahr zum dreissigsten Mal statt. Begründet haben es mein Freund Ruedi und ich. Entstanden war die Idee in einem Gespräch mit Verena von Aesch. Wir wollten das Haus unterstützen, ein Turnier würde Menschen ins Sternahaus bringen, die den Ort noch nicht kannten. Das erste Turnier fand 1997 statt. 20 Jahre lang habe ich es organisiert, das letzte Mal 2016.
Wo die Harke dem Unkraut nicht Herr wird, hilft Stephan, ein Bewohner des Dorfes, mit dem Bunsenbrenner. Er fotographiert mich, während ich einige Stellen mit neuem Kies ausbessere. Auf diesem Platz werden wir am Freitag mit Holzbalken sechs Bahnen einrichten, auf denen die Partien gespielt werden.
Nach dem Mittagessen geht es mit Unkraut weiter. Die Blacke oder Placke ist ein besonders aktives Unkraut, das entfernt werden muss, wenn man nicht davon überwuchert werden will. Auf Wikipedia lese ich:
„Der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius, schweiz.: Blacke oder Placke, wie auch den Alpen-Ampfer bezeichnend) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ampfer (Rumex). Er kommt ursprünglich in weiten Teilen Eurasiens und in Nordafrika vor. Er wird als Speise- und Heilpflanze verwendet. Im Heu und auf der Weide ist die Pflanze wie alle Ampferarten wegen ihres Oxalsäuregehaltes unerwünscht.“
Unglaublich diese Wurzeln. Sie können bis zu zwei Meter tief in den Boden reichen. Entsprechend muss man tief stechen. Eine Sisiphusarbeit – nächstes Jahr werden mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder am selben Ort Blacken wachsen. Oder eben Placken, von Plackerei. Währenddessen stapelt Stephan die Holzscheite, die er kürzlich geschlagen hat, zu einer Holzbeige auf. Eine Arbeit, die ein schönes und sichtbares Resultat zeitigt, das man mit Genugtuung betrachten kann.