Abschied von Sausset Vom Mistral und einer Kaffemaschine
15. Mai 2026
Vor ein paar Tagen begann der Mistral zu blasen. Man spürte es schon am Morgen an der Temperatur, es war kühler als zuvor. Ich machte mich schon gefasst auf stürmische Böen, wie ich sie vom Föhn kenne. Doch der Mistral blieb recht zahm. Vor allem, wenn ich ihn filmisch festhalten wollte. Das Bild zeigt den Blick aus der Küche in den Vorgarten. Im Hintergrund ist ein grosser Baum zu sehen, dessen Äste von ihm bewegt werden.
Morgens habe ich ein neues Ritual entdeckt: Filterkaffee machen. In Ermangelung einer italienischen Kaffemaschine und weil ich Kapselkaffee wenn möglich meide, bin ich zu einer Tradition zurückgekehrt, die ich von meiner verstorbenen Mutter her kenne. Sie ergänzte das Kaffeepulver jeweils mit Franck Aroma bestehend aus Zichorie. Zudem streckte sie das Pulver mit einer weiteren Substanz, an die ich mich nicht mehr erinnere. Wahrscheinlich ein Relikt aus Kriegszeiten, als Kaffeebohnen noch nicht so erschwinglich waren.
Die Kaffeemaschine macht während der Herstellung des Kaffees eigentümliche Geräusche. Vor allem am Schluss, wenn alles Wasser aufgebraucht ist, entlässt sie Dampf, der durch Löcher im Deckel ausströmt. Das Geräusch ist wie ein Aushauchen, ein letzter Atemstoss, nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt hat. Geräusche von Geräten des Alltags wie Drucker oder andere Maschinen, die etwas zubereiten, faszinieren mich. Ich hatte mal eine essayistische Filmidee, ausgehend von solchen Geräuschen eine Geschichte zu erzählen. Es blieb bei der Idee.
Vorgestern spielte ich ein letztes Pétanque-Turnier in Sausset und verabschiedete mich von Philippe und Marcel, mit denen ich eben noch zwei Partien gespielt hatte, und von Audette, der Präsidentin. Roland war ebenfalls wieder dort und spielte den Final. Sein Team gewann am Schluss knapp – dank zwei Kugeln, die er erfolgreich platzieren konnte.
Gestern das gleiche Prozedere in Carry. Ich spielte mit Mehdi, vermutlich algerischer Abstammung, und Elise. Wir gewannen die erste Partie. In der zweiten lagen wir deutlich vorne, bis unsere Gegner:innen aufdrehten. Wir konnten nicht dagegen halten und verloren die Partie 10:13. Roland schaute den Spielen zu und meinte auf meine Frage, ob er nicht spiele, er habe keine Lust gehabt. Wir kamen nochmal auf sein Alter zu sprechen. Er hat Jahrgang 1939 und ist am 30. September geboren worden, kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges. Ich wünsche ihm gute Gesundheit und freue mich auf ein Wiedersehen, vielleicht schon im September oder dann im nächsten Jahr.