Der grüne Berg Film von Fredi Murer, 97', CH 1990
Fredi Murer hat Ende der 80er-Jahre dem Wellenberg im Kanton Nidwalden einen Film gewidmet. Dort plante die NAGRA ein Endlager für den Schweizer Atommüll. Im Film kommen Expert:innen, Behörden und vor allem besorgte Anwohner:innen zu Wort. Die Problematik ist immer noch aktuell. Insbesondere, weil die Atomtechnologie in gewissen Kreisen unserer Gesellschaft wieder als Zukunft unserer Energieversorgung gesehen wird - ungeachtet der Tatsache, dass die Endlagerung der radioaktiven Abfälle weiterhin ein ungelöstes Problem ist.
" Im Zentrum stehen die direkt Betroffenen, die seit Generationen am «Wellenberg» lebenden und verwurzelten Familien, denen der Boden unter den Füssen und unter den Wurzeln weggezogen werden soll. Bedrückt und sorgenvoll sprechen sie nicht nur von der Übervorteilung der kleinen Existenzen durch Technologie, Industrie und Kapital, sondern auch von ihren berechtigten Befürchtungen, die die Entsorgung radioaktiver Abfälle für künftige Generationen mit sich bringen.
Männer und Frauen stellen – in Gegenwart ihrer Kinder – an den Tischen enger Stuben die einfachen und richtigen Fragen. Zum Beispiel: «Wenn man Gift in den kleinen Finger spritzt, bleibt es doch auch nicht im kleinen Finger.»
Murer hat den «Grünen Berg» den «Kindern und Kindeskindern» nicht nur der Bauern am Wellenberg gewidmet. Erstmals konfrontiert er explizit die Generation der unbeschränkten Machbarkeit, die lebt und schafft, wie wenn sie die letzte wäre auf dieser Erde, mit den Kommenden." (Fredi Murer)
stattkino Luzern
02.11.2025, 16:00 Uhr
In Anwesenheit des Regisseurs, mit anschl. Gespräch. Moderation: Theo Stich.